So blitzt Ihr Text: 5 wirkungsvolle Tipps, wie Sie Ihren Text überprüfen

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Unlängst ist es passiert: Ich hatte den Newsletter mit zwei Tippfehlern verschickt – und das als Schreibcoachin! Pfui! Wie ist es dazu gekommen?

Die erste Version des Newsletters ist mir in fast fertigem Zustand durch einen technischen Fehler abgestürzt. Als ich dann alles noch einmal schreiben musste, war ich ungeduldig – und ließ den wichtigsten Schritt aus: Den Text zu überprüfen. So haben mir zwei Klassiker Besuch abgestattet: Sie/sie-Verwechslung und „Wochende“. Und dieser unliebsame Besuch konnte dann von allen Abonnenten wie durch ein großes Schaufenster betrachtet werden – grrr!

Okay, ich habe Sie verstanden –  und Sie haben ja auch recht. Einen Text überprüfen heißt: Zeit investieren. Aber auch wenn Sie deshalb bisher Sicherheitsabstand zum Korrigieren Ihrer Texte gehalten haben – es lohnt sich allemal! Ihr Text wird verschlankt, klar, leserfreundlich, kurz: Er blitzt! Also keine Ausrede mehr à la: Dafür habe ich keine Zeit/Lust/was auch immer. 😉 Sonst sagt sich schnell der Leser oder Kunde: „Keine Zeit und Lust, weiterzulesen“.


1. Ihren Text überprüfen: Abstand gewinnen 

Meistens sind wir unseren Texten nah – aber den Lesern leider fern. Heißt: Wir haben einen Wissensvorsprung und wollen etwas mitteilen. Dabei laufen wir jedoch Gefahr, den Leser abzuhängen, etwa durch Fachbegriffe, Branchenjargon oder durch zu lange, komplizierte Sätze (z. B. Schachtelsätze oder Bandwurmsätze). Und: Wir kennen unseren Text nahezu auswendig und werden blind für Verständnisschwierigkeiten und Rechtschreibfehler.

Ein hochwirksames Mittel gegen diese Blindheit: Lassen Sie den Text einen Tag liegen, um Abstand zu gewinnen. Und erst am nächsten Tag polieren Sie ihn, bis er glänzt und blinkt – so, wie er es verdient hat.

2. Ihren Text überprüfen: ausdrucken

Einen frischen Blick auf Ihren Text gewinnen Sie zusätzlich, wenn sie ihn in ausgedruckter Form lesen. Noch besser: Drucken Sie ihn in einem anderen Format aus, als Sie es am Bildschirm gewohnt sind, z. B. in einer anderen Schriftart oder Schriftgröße. Ja ja, die Zeit ... natürlich müssen die auf dem Papier vermerkten Korrekturen am PC eingearbeitet werden. Doch wir wollten ja keine Ausreden mehr gelten lassen. 😉 Merke: Das Lesen des Papierausdrucks ist ganz besonders hilfreich, um aus der Betriebsblindheit herauszukommen! 

3. Ihren Text überprüfen: Leseort-Wechsel

Auch ein Ortswechsel kann dazu beitragen, dass es Ihnen leichter fällt, in die Rolle des Lesers zu schlüpfen. Wenn Sie den Text an einem anderen Platz lesen als am Schreibtisch, wo Sie den Text produziert haben, werden Sie schneller merken, wo es noch hakt und entdecken auch Fehler leichter. 

4. Ihren Text überprüfen: laut vorlesen

Die wichtigste Aktion überhaupt, um Verständnisfallen und damit Leserabstürzen vorzubeugen: Lesen Sie sich Ihren Text laut vor und stellen Sie sich dazu ein Gegenüber vor. Holpert es irgendwo? Merke: Was sich nicht gut vorliest, taugt auch nicht zum stillen Lesen!

Und prüfen Sie gleichzeitig, ob Sie das Geschriebene so auch jemandem sagen würden. So fallen Ihnen vor allem zu lange, komplizierte Sätze auf. Arbeiten Sie diese um! Tipps dazu finden Sie u. a. in folgenden Blog-Beiträgen: Schachtelsätze? So machen Sie ihnen den Garaus!; Kampf dem Bandwurm: 3 Basis-Tricks für leserfreundlichen Satzbau; Flüssig formulieren, gezielt schreiben: ein Gedanke – ein Satz; Verbklammer? Lassen Sie Ihren Leser nicht zappeln!.

5. Ihren Text überprüfen: ein Aspekt nach dem anderen

Spätestens jetzt haben Sie es sicherlich bemerkt: Mit einem kurzen Überfliegen ist es beim Text überprüfen nicht getan, vor allem dann nicht, wenn es um wichtige Schreibprodukte wie etwa Webseiten-Texte oder Flyer-Texte geht. Bitte nicht meckern, aber: Sie sollten sich auf mehrere Durchgänge einstellen. Wir können nämlich kaum auf alle Aspekte eines Textes gleichzeitig achten, auf Rechtschreibung/Grammatik, kurze Sätze, auf treffende Formulierungen, guten Ausdruck etc. Erstellen Sie am besten vorher eine Liste mit Punkten, auf die Sie achten wollen – Anregungen dazu finden Sie übrigens reichlich in diesem Blog – 🙂 und nehmen Sie sich für jeden Punkt einen eigenen Durchlauf vor. So entgehen Ihnen keine Fehler und Schwächen, die Sie später Leser und Kunden kosten können.

Noch zwei kurze Tipps zu Grammatik/Rechtschreibung: 

1) Nutzen Sie zum Auffinden der Tippfehler-Klassiker wie Sie/sie, Ihre/ihre, dass/das  die Suche-Funktion Ihres Schreibprogramms. Oder:
2) Benutzen Sie das LanguageTool – eine nützliche Hilfe, um Grammatik-Fehler aller Art aufzuspüren. 

Fazit:

Der unschlagbare Vorteil der geschriebenen Sprache gegenüber der spontanen Rede ist das viel höhere Maß an Planbarkeit. Beim Schreiben können Sie in Ruhe an einer klaren, leserfreundlichen Sprache feilen. Machen Sie von diesem Vorteil unbedingt Ge­brauch! 

Viel zu viele Schreiber lassen Ihre Texte in der Verständlichkeit-ist-mir-piep­egal-Fassung auf die Öffentlichkeit los und wundern sich über ausbleibende Leser und Kunden oder über kritische Rückmel­dungen. Sie aber sicherlich nicht – denn Sie wissen jetzt, was Sie für Ih­ren Text tun können. 🙂


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Über die Autorin Dr. Gabriele Frings

Als Schreibcoachin, Trainerin, Textberaterin, Dozentin helfe ich Ihnen, einen professionellen Schreibstil zu entwickeln und in Beruf und Business erfolgreich zu sein.

  • Andrea Keyser sagt:

    Wieder ein hilfreicher Artikel, gerade wenn man wie ich öfters Präsentationstexte schreibt. Den Ortswechsel werde ich direkt mal ausprobieren, erscheint mir sehr sinnvoll. Danke für die Bereitstellung der Tipps! Auch die Artikel zu den Satzstrukturen sind erfrischend und nützlich. Ich habe mir jetzt auch schon einen Kurs bei Ihnen ausgesucht, den ich absolvieren werden, wenn mein jetziges Projekt abgeschlossen ist. Ich freue mich schon darauf.

    • Dr. Gabriele Frings sagt:

      Hallo Frau Keyser,
      das freut mich! Danke für Ihr Lob. Was den Kurs betrifft: Mit dem Newsletter bekommen Sie ja alle neuesten Infos zu den Kursstart-Terminen.
      Viele Grüße
      Dr. Gabriele Frings

  • Ein ganz wichtiger Hinweis von Ihnen, den in der Tat viele SchreiberInnen immer wieder vergessen: Ein Text wird immer besser, wenn er erstmal sackt und dann in Ruhe nochmal überprüft wird 🙂

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