3 verblüffend einfache Tricks, wie Sie dass-Sätze vermeiden

dass-Sätze

Sie bekommen diese Mail: „Abteilungsleiter Schmidt will, dass wir alle am Freitagnachmittag zur Besprechung kommen. Er meint, dass das Thema Marketing keinen Aufschub mehr verträgt. Denn er hat im Fachblatt gelesen, dass die Konkurrenz ... " Genervt? Verständlich, wäre ich auch.

Erstens: Die Häufung des Wörtchens dass erzeugt Überdruss und Langeweile. Zweitens: Jedes Wort zuviel stiehlt dem Leser die kostbare Zeit. Und dass-Sätze haben das Potential zum echten Zeitfresser. Das ist besonders bei Webtexten fatal. Denn mehr als 80 % der Nutzer überfliegen nur noch einen Text. Das heißt, der Web-Leser will in kürzest möglicher Zeit an seine Informationen kommen. 

Wie können Sie als Texter diesem Wunsch entsprechen, damit dem Leser Ihres Webtextes oder Ihrer Mail nicht plötzlich einfällt, das Wohnzimmer aufzuräumen – statt weiterzulesen? Ganz einfach: Sagen Sie das, was Sie sagen wollen, mit einer klaren, kompakten Sprache! Wie das geht? Das zeige ich Ihnen hier am Beispiel der dass-Sätze.

1. Dass-Sätze: Kürzer mit Doppelpunkt

Generell gilt für JEDEN Gebrauchstext die Regel: so viel wie nötig und so wenig wie möglich schreiben. Gerade bei dass-Sätzen gibt es Sparpotenzial. Die Konjunktion dass haben wir sowieso schon sehr häufig in jedem Text. Mit der Suchfunktion Ihres Schreibprogramms können Sie da auf die Sparmöglichkeitspirsch gehen.
Schauen wir uns dazu mal konkrete Beispiele an:

In der Einladung steht, dass die Veranstaltung vom Bürgermeister eröffnet wird.

Hier können Sie sehr gut den Doppelpunkt als Variante einsetzen:

In der Einladung steht: Die Veranstaltung wird vom Bürgermeister eröffnet.

Der Doppelpunkt ist überhaupt ein magisches Satzzeichen. Er sorgt für ein kurzes Innehalten des Lesers und baut Spannung auf. Und die ist eine der wichtigsten Zutaten, damit der Leser nicht ins Wohnzimmer abschwirrt (Sie wissen schon, aufräumen und so), sondern bei Ihrem Text bleibt.

2. Dass-Sätze: Keine überflüssigen Hauptwörter davor!

Auch solch ein Satz lässt sich in jedem Fall kürzen:

Die Tatsache, dass der Redner zu spät kam, verzögerte den Seminarbeginn.

Die umständliche Formulierung mit dem überflüssigen Hauptwort die Tatsache und dem dass-Satz können wir ganz einfach durch da/weil oder deshalb ersetzen:

Da der Redner zu spät kam, verzögerte sich der Seminarbeginn. 

Oder: Der Redner kam zu spät, deshalb verzögerte sich der Seminarbeginn.

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3. Dass-Sätze: Knackiger mit indirekter Rede

Bei Verben des Sagens und Meinens können und sollten Sie möglichst die indirekte Rede benutzen. So können Sie den dass-Satz ganz einfach in einen Hauptsatz umwandeln. Statt:

Sie entgegnete dem Kollegen, dass er Unrecht habe.

Können Sie schreiben:

Sie entgegnete dem Kollegen, er habe Unrecht.

So, jetzt kommen wir noch einmal auf unsere Anfangsmail zurück.

Abteilungsleiter Schmidt will, dass wir alle am Freitagnachmittag zur Besprechung kommen. Er meint, dass das Thema Marketing keinen Aufschub mehr verträgt. Denn er hat im Fachblatt gelesen, dass die Konkurrenz noch in diesem Jahr das neue Modell vorstellen will.

Nun setzen wir den XXL-dass-Sätze-Radierer ein:

Abteilungsleiter Schmidt will, dass wir alle am Freitagnachmittag zur Besprechung kommen; das Thema Marketing vertrage keinen Aufschub mehr. Denn er hat im Fachblatt gelesen: Die Konkurrenz will noch in diesem Jahr das neue Modell vorstellen.

Kompakt, abwechslungsreich und angenehmer zu lesen? Na bitte! 🙂

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Über die Autorin Dr. Gabriele Frings

Als Schreibcoachin, Trainerin, Textberaterin, Dozentin helfe ich Ihnen, einen professionellen Schreibstil zu entwickeln und in Beruf und Business erfolgreich zu sein.

  • Barbara Schmitt sagt:

    Vielen Dank für Ihre Tipps, vor allem für den Hinweis zur indirekten Rede. Leider beherrschen viele diese Formulierungen nicht mehr, das sehe ich fast täglich im Kollegenkreis. Dabei finde ich das ist eine sehr elegante Lösung, auf die nervenden dass-Sätze zu verzichten.

    • Dr. Gabriele Frings sagt:

      Hallo Frau Schmitt,
      vielen Dank für Ihren Kommentar. Umso schöner ist es, wenn Sie diese elegante Variante anwenden.
      Viel Freude und Erfolg beim Texten wünscht Ihnen
      Dr. Gabriele Frings

  • Ich würde auch den ersten Satz ent-dass-en:

    Am Freitagnachmittag bittet Abteilungsleiter Schmidt uns zu einer Besprechung; das Thema Marketing vertrage keinen Aufschub mehr. Denn er hat im ​Fachblatt gelesen: Die Konkurrenz ​will noch in diesem Jahr das neue Modell vorstellen.

    • Dr. Gabriele Frings sagt:

      Hallo Herr Carlin,
      vielen Dank für Ihre vorgeschlagene Variante – sehr schön. Sicherlich kann man auch ganz auf dass-Sätze verzichten.
      Weiterhin kreatives Texten wünscht
      Dr. Gabriele Frings

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