Mit diesen 3 Stilfiguren von 10 auf 1000 Leser – Teil 1: der Vergleich

vergleich

Kennen Sie das?  Sie haben sich viel Mühe mit Ihrem Marketing-Text gegeben, er hat Struktur, eine gute Überschrift. Doch: Es kommt keine Resonanz. Nichts. Stille. Und Sie fühlen sich wie ein Antilopen-Junges in der staubigen Savanne, das von der Herde abgehängt wurde.

Meine Vermutung: Es fehlt es Ihrem Text an Pep und Schwung!

Wie Sie den in Ihr Schreibprodukt bekommen?

Durch 3 großartige bildhafte Stilfiguren: den Vergleich, die Metapher, die Personifikation.
Da ich mich nicht nur auf ein bis zwei Bespiele für jedes Sprachbild beschränke, sondern Ihnen eine fundierte, schreibpraktische Anleitung gebe, habe ich das Thema Stilfiguren aufgeteilt. Bevor wir nun in den Vergleich eintauchen, zunächst noch kurze Tipps dazu, warum Stilfiguren für Ihren Marketing-Text DER Lesermagnet sind! 

Bildhafte Stilfiguren prägen unsere Alltagssprache

Warum? Weil wir mit ihnen komplexe Dinge ohne viele Worte ausdrücken können. In der Werbung, in Artikeln, in Büchern – ständig laufen uns jahrtausendealte rhetorische Stilfiguren über den Weg wie emsige Ameisen. Jep! Hier haben wir z. B. schon zwei der populären rhetorischen Stilmittel: eine Metapher: „laufen uns über den Weg“ und einen Vergleich: „wie emsige Ameisen“. Und alltägliche Wendungen wie „die Natur erwacht" oder „Besucherstrom" erkennen wir kaum noch als Sprachbilder.

Die richtigen Stilfiguren – und der Leser liebt Sie!

Wenn Sie den Leser allerdings fesseln wollen, dann nutzt Ihnen ein abgegriffenes Alltags-Sprachbild gar nichts. Da will man dann nicht einmal mehr wissen, wie ein Elefant im Porzellanladen an der Spitze des Eisbergs knabbert. Nur frische, gut durchdachte Bilder lassen Ihren Text pulsieren und sind echte Leser-Aufwecker. Wie das geht? Das zeige ich Ihnen nun anhand des Vergleichs.

1. Der Vergleich und seine Form

Im Satz gibt es zwei Gegenstände, Sachverhalte oder Bilder, die eine gemeinsame Eigenschaft haben. Diese beiden Dinge werden gegenübergestellt und durch die Wörter wie oder als verbunden. Ein Beispiel:

Er war stark wie ein Baum.

2. Wie funktioniert der Vergleich?

Der Satz Er war so stark wie ein Baum prägt sich uns viel besser ein als Er war ein starker Mann. Warum? Der Baumstamm wird als stark und beständig empfunden und hilft als Bild der Stärke, die Kraft der männlichen Person anschaulich auszudrücken.

Der Vergleich ruft beim Leser ein Bild hervor, an das er anknüpfen kann. So wird ihm buntglasklar, was Sie meinen. Der Clou: Sie können durch unterschiedliche Vergleiche Ihre Aussage gewichten und passende Stimmungen beim Leser erzeugen. Bei dieser Variante:

Er war stark wie ein Löwe.

denkt der Leser nicht nur an Stärke, sondern auch an Mut, vielleicht auch an Angriffslust.

3. Einfacher und erweiterter Vergleich

Zunächst ein einfacher Vergleich, bei dem der Satz nach dem Hauptwort beendet ist:

Ich hielt meine Hand ganz still wie eine Statue.

Beim erweiterten Vergleich schließt sich an das Hauptwort noch ein Nebensatz als weitere Information an.

Ich hielt meine Hand ganz still, so still wie ein Gefäß, das von zu viel Bewegung überzuschwappen droht.

Der Leser, der hier nicht mitzittert, kann nur ein Cyborg sein!

Es ist offensichtlich, dass ein erweiterter Vergleich noch mehr Anschaulichkeit in den Satz bringt als ein einfacher Vergleich. Der Leser wird noch stärker in den Text hineingezogen.

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4. Der Vergleich mit „wie” und mit „als”

Außer den Vergleichen mit „wie“ gibt es noch den Vergleich mit „als“:

Er rannte davon, als wäre der der Teufel hinter ihm her. 

Der Vergleich mit „als“ braucht ein Verb und das steht – bitte keine Panik! – im Konjunktiv II („wäre“). Hier wird der Anschein, den eine Sache hat, betont. Und da ein Anschein nicht real ist, hat der „als“-Vergleich den Konjunktiv II, den wir immer dann gebrauchen, wenn wir signalisieren: Achtung, das ist Irrealität!

Übrigens: Der Vergleich im Satz oben ist mal wieder alltäglich und angestaubt. Wer verbindet heute noch ein Bild mit dem Teufel? Da denke ich nur noch an die Gummiteufelchen von Haribo. Und die rennen nicht. Packenderes Beispiel:

Er rannte davon, als wären zwei geifernde Kampfhunde hinter ihm her.

5. Besserer Vergleich mit einem eigenen, frischen Bild

Seine Stimme klang wie ein Reibeisen.

Bäh, wie abgeleiert ist das denn? Im übrigen gilt hier das gleiche wie bei Punkt 4: ein veraltetes Bild. Welcher Leser benutzt das Wort Reibeisen heute noch? Das ist generell ein Nachteil von abgedroschenen Vergleichen: Sie haben oft nichts mehr mit dem Alltag des Lesers zu tun. Wie wäre es mit dieser erfrischenden Variante, die ich neulich in einem Magazin fand?

Seine Stimme hörte sich an wie in Whisky und Nikotin mariniert.

Jeder Leser hat bei diesem Vergleich sein eigenes Bild vor Augen, eine Kneipen-Szene wird vielleicht sogar lebendig – super, so soll es sein! Das ist echtes Kopfkino beim Leser.

Mit einem Vergleich kann man natürlich auch eine humorige oder ironische Note in den Text bringen. Über ein italienisches Dorf, das die besten Touristenzeiten hinter sich hat, schreibt eine Journalistin:

Auch die Zikaden zirpen, als würden sie dafür bezahlt.

Oder in meinem Blogartikel „Die 3 größten Fehler beim E-Mail schreiben" finden Sie den Vergleich: Solche Floskel-Einleitungen sind so überflüssig wie ein Sandkasten in der Sahara.

Fazit:

Mit der Stilfigur des Vergleichs können Sie wunderbare Bilder vor das Auge des Lesers zaubern! Kleiner Tipp für Blogartikel-Schreiber: Bringen Sie schon in den Teaser ein mitreißendes Bild – so bekommt der Leser garantiert Lust, den Artikel weiter zu lesen!

Der Vergleich ist eine Vorform der Metapher, die ebenfalls zu den beliebtesten Stilfiguren gehört. Dazu mehr in Teil 2.

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Über die Autorin Dr. Gabriele Frings

Als Schreibcoachin, Trainerin, Textberaterin, Dozentin helfe ich Ihnen, einen professionellen Schreibstil zu entwickeln und in Beruf und Business erfolgreich zu sein.

  • Petra sagt:

    Ein guter, wirklich umfassender Artikel. Ihre Beiträge und Ihre Newsletter sind immer ein Leseerlebnis. Vielen Dank an dieser Stelle einmal dafür! Auch sind Ihre Tipps gut zumsetzbar. Ich werde deshalb in nächster Zeit versuchen, in meinen Kundenmails einen Vergleich unterzubringen. Machen Sie weiter so!

    • Dr. Gabriele Frings sagt:

      Haben Sie vielen Dank für Ihr Lob! Es freut mich, dass Sie von meinen Schreibtipps so gut profitieren können. Und für Ihren Vergleich viel Erfolg!
      Herzliche Grüße
      Dr. Gabriele Frings

  • Vielen Dank für die Anregung. Sehr inspirierend!

  • […] für jeden Blogartikel. In einer dreiteiligen Beitragsserie habe ich mich mit den drei Stilfiguren Vergleich, Metapher und Personifikation ausführlich befasst und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für […]

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