Mit diesen Tricks erreichen Sie leserfreundliche Aufzählungen im Satz

aufzählung im satz

Wasserhahn, fließendes Wasser, Seife, Papiertuch ... – worum es hier geht, erraten sie sicherlich sehr schnell, ohne dass der Satz weitergeht. Es geht ums Händewaschen. 

Raten allerdings sollte Ihr Leser nicht müssen. Und schon gar nicht warten. Das muss er aber oft, wenn wir Wörter und Phrasen als Aufzählungen im Satz aneinanderreihen, ohne zur eigentlichen Aussage zu kommen. Merke: Der zeitgenössische Leser hat meistens nicht die Geduld eines indischen Arbeitselefanten. Er möchte direkt und sofort wissen, was Sache ist.

Es wäre schade um Ihre Botschaft, wenn der Leser aus Wartefrust von Ihrem Text abspringt. Damit genau das NICHT passiert, beherzigen Sie am besten diese erstaunlich wirksamen Tricks.

1. Leserfreundliche Aufzählungen im Satz: Hauptaussage nach vorn setzen

Kundenakquise, Standardkundenpflege und Kundenservice sollten aus einer Hand sein.

Kundenakquise, Standardkundenpflege, Kundenservice ... ja, was? Damit der Leser hier nicht in der Warteschleife hängenbleibt, wenden Sie am besten diesen Kniff an: Ziehen Sie die Hauptaussage nach vorn! Manchmal müssen Sie dann noch ein Wort ergänzen, wie hier „Tätigkeitsfelder":

Folgende Tätigkeitsfelder sollten aus einer Hand sein: Kundenakquise , Standardkundenpflege und Kundenservice.

Sind Sie als Leser hier nun von Anfang an im Bilde? Na bitte. 

Noch ein Beispiel:

Die Absicherung der Arbeitsgeräte, Sicherheitssoftware, Updates, die Abwehr von Pishing-Angriffen und Online-Banking sind weitere zentrale Themen für das Unternehmen.

Uiih, hier kann der Leser ja fast ein dreigängiges Menü zu sich nehmen, bis endlich die Hauptaussage serviert wird. Wir setzen um, nämlich die zentrale Botschaft an den Anfang des Satzes: 

Weitere zentrale Themen für das Unternehmen sind: Die Absicherung der Arbeitsgeräte, Sicherheitssoftware, Updates, die Abwehr von Pishing-Angriffen und Online-Banking.

Hier haben wir noch einen weiteren cleveren Trick eingesetzt: den Doppelpunkt. Er lässt den Leser kurz innehalten, erhöht seine Aufmerksamkeit und bringt Spannung in den Satz. 

Und nun noch ein Beispiel für Aufzählungen im Satz mit größtmöglicher Entfernung zur Leserfreundlichkeit. Vielleicht sollte der Texter hier in Klammern dazuschreiben: „Dieser Satz ist so richtig lang, aber Sie finden schon durch.“

Die Mitarbeiter sollten neben der Einhaltung der Menschrechte durch Lieferanten, das Sicherstellen von guten Arbeitsbedingungen und sozialem Schutz und dem Verbot von Kinderarbeit auch für die Anforderungen wie Korruptionsbekämpfung, fairer Wettbewerb und Chancengleichheit sensibilisiert werden.

Um diesen Satz auf die Lesbarkeitsspur zu bringen, müssen wir noch zwei weitere bewährte Tricks zum Anschubsen verwenden (Abonnenten meines Newsletters kennen sie bestimmt schon :-)): 1.) das Verb „sensibilisieren" vorziehen, 2.) aus dem Bandwurmsatz zwei Sätze machen. Dazu müssen wir natürlich ein passendes, zweites Verb suchen, ich habe „auskennen" gewählt. Dann können wir die Arme im Ziel „Leserfreundlichkeit" hochreißen: 

Die Mitarbeiter sollten sensibilisiert werden für die Einhaltung der Menschrechte durch Lieferanten, für das Sicherstellen von guten Arbeitsbedingungen, von sozialem Schutz und dem Verbot von Kinderarbeit. Darüber hinaus sollten sie sich auch auskennen mit Anforderungen wie Korruptionsbekämpfung, fairer Wettbewerb und Chancengleichheit.

Für alle Zufallsbesucher meines Blogs: Zu den beiden genannten Kniffen finden Sie mehr in den Blogbeiträgen Achtung, zweiteilige Verben lassen Ihren Leser hängen und Ihr Leser im Glücksrausch: Nur EINE Info pro Satz.

2. Leserfreundliche Aufzählungen im Satz: Fragen formulieren

Auch bei Fragen zum Thema Schall-und Sonnenschutz sowie bei Tipps zum energieeffizienten Bauen und Sanieren sind Sie bei diesem Unternehmen an der richtigen Adresse.

Hier entzerren wir die Aufzählung im Satz, indem wir Fragen formulieren. Das hat gerade hier im Marketing-Text einen weiteren Vorteil: Der Leser wird von Anfang an direkt angesprochen: „Sie haben ...?" 

Sie haben Fragen zum Thema Schall-und Sonnenschutz oder benötigen Tipps zum energieeffizienten Bauen und Sanieren? Dann sind Sie bei diesem Unternehmen an der richtigen Adresse.

Noch ein Beispiel:

Work-Life-Balance, das heißt Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie genügend freie Zeit, Sicherheit, die Möglichkeit des Arbeitens im Home-Office, das sind die Bedingungen, die junge Bewerber heute oft an ihren zukünftigen Arbeitsplatz stellen. 

„Wow! Work-Life-Balance, genügend freie Zeit, Sicherheit ... das alles wird vom Unternehmen angeboten!?" Pustekuchen. Das sind die Bedingungen der Bewerber. Aber diese wichtige Aussage kommt leider ganz zum Schluss. Wir ziehen sie wieder vor und formulieren sie als Frage:

Welche Bedingungen stellen junge Bewerber heute an ihren zukünftigen Arbeitsplatz? Sie lauten: Work-Life-Balance, das heißt Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie genügend freie Zeit, Sicherheit und die Möglichkeit des Arbeitens im Home-Office. 

Voilà, der bestens informierte Leser schaut freundlich und zufrieden drein.

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Über die Autorin Dr. Gabriele Frings

Als Schreibcoachin, Trainerin, Textberaterin, Dozentin helfe ich Ihnen, einen professionellen Schreibstil zu entwickeln und in Beruf und Business erfolgreich zu sein.

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