DER Kniff für einen lebendigen Business-Text: die Personifikation

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Wenn Sie auch manchmal das Gefühl haben, Ihrem Text fehlt es irgendwie an Pep, er plätschert vor sich hin – dann fehlt ihm Farbe! Und die bekommen Sie durch eine Personifikation in den Text. Sie ist ein Sprachbild, das einen hohen Wiedererkennungswert für den Leser hat und Bilder in seinem Kopf aktiviert – das beste Mittel gegen die Einnickeritis des Lesers. 

Gerade in der Alltagskorrespondenz hat die Personifikation eine aufheiternde Wirkung – und zieht so die Aufmerksamkeit des Lesers und Kunden garantiert an.

Jetzt winkt Ihnen gerade das Glück, denn in diesem Beitrag zeige ich Ihnen, was die Personifikation kann und wie Sie sie erfolgreich beim Texten anwenden.

1. Was ist eine Personifikation und wie funktioniert sie?

Die Personifikation gehört zu den Stilfiguren, die abstrakten Dingen, ​Tieren oder Pflanzen, Eigenschaften oder Handlungen zuschreibt, die sonst nur einer Person zugeordnet sind. Die Personifikation wird auch als Vermenschlichung bezeichnet.

Und wie bei den beiden anderen Stilfiguren Vergleich und Metapher erhöht die Personifikation die Lebendigkeit und Anschaulichkeit Ihrer Sprache. Hier ein Beispiel:

Am frühen Morgen kitzelte ihn ein Sonnenstrahl an der Nase.

Das Substantiv „Sonnenstrahl“ wird hier mit der Handlung „kitzeln“ verbunden. Dadurch kann der Leser die Wirkung des Sonnenstrahls, der ja in der Realität nicht tastbar ist, fühlbar wahrnehmen. Denn unter „kitzeln“ kann sich jeder Leser etwas vorstellen, vor allem die Wirkung in der Noch-halb-im-Schlaf-vor-sich-hindusel-Phase.

Die Führer der deutschen Wirtschaft machen sich zunehmend Sorgen. Aha. Doch wie drückte es jüngst der Ifo-Präsident aus?

Die Sorgenfalten der deutschen Wirtschaft werden immer tiefer.

Da möchte man der deutschen Wirtschaft glatt über den Kopf streicheln.

Neulich fand ich in der FAZ noch die erfrischende Charakterisierung Kopenhagens als „eine der schönsten und tätowiertesten Städte der Welt". Hier versieht der Autor den allgemeinen Begriff Stadt mit einer menschlichen Eigenschaft und pflanzt so unmittelbar ein Bild in den Kopf des Lesers.

2. Wie entwickle ich eine gekonnte Personifikation?

Wie beim Vergleich und der Metapher gilt auch hier: Stilfigur ist nicht gleich Stilfigur. Eine alltägliche, abgenutzte Personifikation lässt jeden Leser im Schnarchmodus. Dazu gehören zum Beispiel Vater Staat oder die erwachende Natur.

Schauen wir mal auf das sprachlich anspruchsvolle Thema „Gefühle beschreiben“. Empfindungen sind ja immer etwas Abstraktes. Da stellt sich die Frage, wie kann ich mit sprachlichen Mitteln dem Leser ein sinnlich wahrnehmbares Gefühl vermitteln? Nehmen wir die Angst und dazu den Beispielsatz:

Die Angst schnürte ihm die Kehle zu.

Hier haben wir zwar eine Personifikation. Aber spüren Sie ein sinnliches Empfinden? Ich nicht. Zu oft habe ich diese Stilfigur gelesen, sie langweilt mich. Was können wir tun?

Als erstes fragen Sie sich: Was empfinde ICH, wenn ich Angst habe oder sehr aufgeregt bin? Also, ich selber bekomme kalte Hände und einen trockenen Mund.

Wie wäre es entsprechend mit diesem Satz?

Die Angst kroch sein Hosenbein hinauf, fror seine Hände ein und trocknete seinen Mund aus.

Hier kann der Leser so richtig mitleiden – weil seine Sinne aktiviert werden.

Noch ein Beispiel:

Die Forderung des Abteilungsleiters kam sehr laut daher.

Ja, hm, okay. Aber ein Bild wird hier im Kopf des Lesers nicht aktiviert. Wenn Sie sich als Schreiber aber fragen, wie denn solch eine Person wirkt, könnten Sie dieses schöne, bildliche Adjektiv finden: 

Die Forderung des Abteilungsleiters kam sehr laut und breitbeinig daher.

Nun hat so mancher Leser vielleicht sogar einen breitbeinig vor dem Saloon stehenden Sheriff mit gezücktem Revolver vor Augen. 🙂 So soll es sein.

3. Die kombinierte Personifikation

Eine Kombination aus Personifikation, Metapher und Vergleich ist nicht nur möglich, sondern sehr empfehlenswert und sie wird Ihnen sicher auch mal automatisch aus dem Handgelenk kommen. Starre Grenzen sind in der bunten Landschaft der sprachlichen Bilder keine gegeben. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf, spielen Sie mit den Worten, probieren Sie aus!

            Unsere innovativen Marketing-Strategien bringen Ihr Produkt nach vorn.

Ein Standardsatz auf Unternehmensseiten. Die Aufmerksamkeit des Kunden gewinnend? Bestimmt nicht. Viel zu abstrakt, zu nichtssagend. So sieht es schon anders aus:

Unsere ausgeklügelten Marketing-Strategien nehmen Ihr Produkt an die Hand und führen es zielsicher auf dem Markt nach vorn. 

Weil Sie bei der Personifikation mit einem starken Bild arbeiten, ist sie oft gut aufgehoben in der Dachzeile, der Überschrift oder der Unterüberschrift. Diese Zeilen sind per se aufmerksamkeitsstark und werden mit bildlichen Formulierungen verstärkt. 

Im Fließtext eignet sich die Personifikation vor allem für den Beginn eines Absatzes, um so die Motivation zum Weiterlesen zu erhöhen.

Fazit:

Trauen Sie sich, in Ihren Unternehmenstexten einmal die Stilfigur der Personifikation anzuwenden. So haben Sie eine 99%ige Chance, ein Bild im Kopf des Lesers und Kunden entstehen zu lassen. Tauchen Sie dafür ein ins Meer der sprachlichen Möglichkeiten und lassen Sie Ihren Ideen freien Lauf! 

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Über den Autor Dr. Gabriele Frings

Als Schreibcoach, Dozentin und Autorin helfe ich Ihnen, einen professionellen Schreibstil zu entwickeln und so in Beruf und Business voranzukommen.

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