Trennen Sie sich von dieser schlechten Schreibgewohnheit!

schlechte schreibgewohnheit

Fakt ist: Auch in Zeiten von Snapchat, Instagram und Co. bleiben es Texte, die erklären und überzeugen, verführen und verkaufen. Geändert haben sich allerdings die Erwartungen: Chefs, Kollegen und Kunden wollen mit klaren, auf Anhieb verständlichen Texten bedient werden. Wie aber gelingt es, so zu schreiben?

Zum Beispiel, indem Sie Ihren Satzbau klar und übersichtlich gestalten. Und die Diese-Info-muss-auch-noch-schnell-rein-Schreibgewohnheit abstreifen. Sie denken jetzt: „Oh je, Satzbau, eine komplizierte Sache"? Gar nicht, kann ich nur sagen. Denn sie brauchen sich nur an eine einzige goldene Regel zu halten! Die beschert Ihnen garantiert leicht verständliche, gern gelesene Texte. 

1.​ ​ Klare Texte: Nicht zu viele Nebensätze anhängen

​Durch den Kontakt mit Staub und Tieren gelangen Bakterien und Pilze in ​unseren Körper, von denen einige vermutlich die körpereigenen Abwehrkräfte trainieren, sodass diese lernen, Freund und Feind zu unterscheiden.

Hm, wahrscheinlich mussten auch Sie im Satz nochmal zurückspringen, um die Aussagen nicht hinter der Netzhaut verenden zu lassen. Woran das liegt? Tja, alle Informationen im Text sind in einen einzigen Satz gestopft.

Dabei beginnt der Text ​so schön, und zwar mit einem Hauptsatz „Durch den Kontakt mit Staub und Tieren gelangen Bakterien und Pilze in den Körper“. Und statt hinter diesen Satz einen Punkt zu setzen, weil der erste Gedanke hier zu Ende ist, plappert der Schreiber einfach weiter und hängt drei Nebensätze an – zu viele.

Die Information, was die Bakterien und Pilze alles tun, ist ein neuer Gedanke und der sollte in einem neuen Satz stehen. Außerdem sind die Nebensätze hier auch noch mit Pronomen wie „denen" und „diese" gespickt; sie stiften zusätzlich Verwirrung. Wir haben sie in der neuen Version durch das Hauptwort „Mikroorganismen" ersetzt, um Klarheit zu schaffen:

Durch den Kontakt mit Staub und Tieren gelangen Bakterien und Pilze in den Körper. Einige ​von ​solchen Mikroorganismen ​trainieren vermutlich die körpereigenen Abwehrkräfte​, sodass ​diese lernen, Freund und Feind zu unterscheiden.

​Nun liest es sich flüssiger, oder?

2. ​​Klare Texte: Keine Nebensätze mitten in den Satz stopfen

Wer ​tut was? Das ist die Kernfrage, die jeder Leser schnell beantwortet haben möchte. ​Deshalb sollten Sie beim Schreiben schauen, dass Sie diese Information immer klar und deutlich mitteilen.

In Texten aller Art wird dieses elementare Gesetz jedoch immer wieder missachtet. So wie hier, wo der Schreiber einen überlangen Nebensatz ​mit 16 Wörtern zwischen Subjekt und Verb quetscht:

Die Teilnehmer der fünftägigen Radtour, die allesamt Halbprofis oder Profis waren und deren Startgeld zu großen Teilen in die Stiftung XY floss, fuhren insgesamt 350 Kilometer.

Der eingeschobene Nebensatz schlägt wie ein Meteorit zwischen das Subjekt „die Teilnehmer" und das Verb „fuhren“ ein. Der arme Leser muss erst diesen riesigen Krater überwinden, um das Verb „fuhren" zu finden – und somit eine Antwort auf die Frage, was sie denn nun tun, die Teilnehmer der Radtour. Größte Absturzgefahr für den Leser!  

Schauen wir mal, welche Gedanken der Schreiber überhaupt mitteilen will:
1. Halbprofis und Profis machten eine fünftägige Radtour und fuhren 350 km.
2. Ihr Startgeld floss in die Stiftung.
Wir entzerren nun den gestopften Satz und halten uns dabei wieder an die goldglänzende Faustregel: Pro Satz ein Gedanke. Deshalb bauen wir jetzt zwei Hauptsätze:

Die Halbprofis und Profis fuhren bei der fünftägigen Radtour insgesamt 350 Kilometer. Ihr Startgeld floss zu großen Teilen in die Stiftung XY.

Jepp! So geht leserfreundlich.

ACHTUNG! Bei Hauptwörtern, vor allem bei Personen, neigen wir ganz besonders dazu, „wichtige" Informationen anzuhängen. Doch Vorsicht! Mit solchen eingeschobenen Nebensätzen entstehen fast immer fiese Stolpersätze! Schauen Sie mal:

Sein Interesse an neuer Technologie ist immer noch groß. Vor allem von Kunststoffen ist der Designer, der in den achtziger Jahren auf diesem Gebiet den italienischen Automobilhersteller Alfa Romeo beriet und für höheren Absatz sorgte, bis heute fasziniert.

Der Designer ist ... ja ... ja ... was denn?! Bis der Leser zur Information „fasziniert“ vorgedrungen ist, ist er längst blau angelaufen. 

Wir entzerren wieder und präsentieren einen Gedanken nach dem anderen – in eigenen Sätzen: 

Sein Interesse an neuer Technologie ist immer noch groß. Vor allem von Kunststoffen ist der Designer bis heute fasziniert. Auf diesem Gebiet beriet er in den achtziger Jahren  den italienischen Automobilhersteller Alfa Romeo und sorgte für höheren Absatz. 

Fazit

  • Seien Sie sparsam mit Nebensätzen!
  • Halten Sie sich immer an die goldene Regel:
                         Pro Satz ein Gedanke!
  • Prüfen Sie immer, ob eine neue Information in einem neuen Satz stehen kann!

    So beglücken Sie Chefs, Kollegen und Kunden mit klaren, leicht verständlichen Sätzen! 🙂 

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Über den Autor Dr. Gabriele Frings

Als Schreibcoach, Dozentin und Autorin helfe ich Ihnen, einen professionellen Schreibstil zu entwickeln und so in Beruf und Business voranzukommen.

  • Swen Goldpreis sagt:

    Fun Fact: Den Beispielsatz, in dem davon abgeraten wurde, alles in einen Satz zu packen, konnte ich auf Anhieb verstehen. Bei der darauffolgenden Erläuterung musste ich hingegen zwei Mal lesen. Echt wahr.

    • Dr. Gabriele Frings sagt:

      Das kann vorkommen. 😉 Dann sind sie sicherlich geübt im Lesen von Hypotaxen. Schnelles Textverstehen hängt auch von Training und von der Art der häufigen Lektüre ab. Aber: Welchen Beispielsatz meinen Sie? Es gibt ja mehrere.
      Viele Grüße
      Dr. Gabriele Frings

  • Kurze Anmerkung: Instagram braucht nur ein „m“. 😉

    Liebe Grüße

    • Dr. Gabriele Frings sagt:

      Hallo Herr Selbach,
      so sehr bin ich der deutschen Sprache verhaftet, dass ich gleich ans Gramm denke und es mir auch so in die Tastatur rutscht. Zu meiner eigenen Entlastung: Da es ein Eigenname ist, dürfte es sich um keinen schweren, sondern um einen Fehler im Gramm-Bereich handeln. 😉 Vielen Dank für Ihren Hinweis, Fehler ist behoben.
      Viele Grüße
      Dr. Gabriele Frings

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