Warum diese 3 Fehler Ihren Kundenerfolg verhindern

kundenerfolg

Heute verzichte ich mal auf eine Appetit anregende Einleitung – denn wer hat keinen Hunger auf Kundenerfolg? 😉

1. Zum Kundenerfolg: den Leser  ansprechen 

Aus dem Marketingtext eines Coaches:

Das Innovative an der Unterstützung von Change- bzw. Veränderungsprozessen mit diesem Selbstmanagement-Konzept ist der Einbezug des Unbewussten, das eine ergiebige Kraftquelle darstellt.

Fühlen Sie sich hier als Kunde angesprochen? Nein? Ich auch nicht. Ist mir zu gestelzt, zu unpersönlich, kurz: lässt mich kalt. Ich klicke weg. Normalerweise. Aber hier wollen wir uns den Text einmal heranzoomen. Und schauen, was wir dem an sich interessanten, informativen Marketing-Text Gutes tun können.

Erstens: den Hauptwortstil auflockern. Aus „Unterstützung“ holen wir das dynamische Verb „unterstützen“ heraus, aus „Einbezug" „einbeziehen". Und ganz wichtig: Den Kunden bitte direkt ansprechen, ob mit einem „Sie“ oder „du“, ist von Ihrer Zielgruppe abhängig.
So, jetzt formulieren wir noch einmal neu:

Das Selbstmanagement-Konzept unterstützt erfolgreich Ihre Veränderungsprozesse; neu an diesem Konzept ist, dass Sie das Unbewusste einbeziehen. So nutzen Sie eine ergiebige Kraftquelle.

Klingt viel ansprechender? Na bitte. 

Fazit: Sprechen Sie nicht über den Kunden, sondern mit ihm.

Das heißt auch: beliebte Modewörter ersetzen, die in fast jedem Unternehmenstext zu finden sind, wie etwa „Kundenorientierung“. Statt zu schreiben: Wir arbeiten kundenorientiert. Schreiben Sie zum Beispiel besser: Erst wenn Sie zufrieden sind, sind wir es auch. Oder: Ihre Wünsche sind unser Navi. Oder: Ihr Erfolg ist unser Ziel. Sie sehen an den vielen Möglichkeiten zur Umformulierung, wie schwammig der Begriff „Kundenorientierung“ ist. Und das heißt auch, wie wenig zufriedenstellend er für den Kunden ist!!

2. Zum Kundenerfolg: kein gestelzter Hauptwortstil

Die Veröffentlichung des neuen Buches erfolgt im März.

Solche Konstruktionen im Hauptwortstil sind steif, hölzern, kurz: keine Einladung für den Kunden. In diesem sog. Nominalstil sind Behördenbriefe geschrieben – und genau deshalb liest sie niemand gern. Ganz anders lädt dieser knackige Satz den Leser ein:

Das neue Buch erscheint im März.

Ein weiteres Beispiel

Die Kundenzufriedenheit ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für uns.

Ein Satz wie eine Betonmauer. Und dabei soll er doch ein weit geöffnetes Tor für den Kunden sein!
Was ist zu tun? Ganz wenig: Wir streichen die Silbe „-heit“ und bauen so das hässliche Hauptwort ab. Das Adjektiv „zufrieden" lassen wir stehen. Und wir sprechen den Kunden direkt an. Dann sieht es zum Beispiel so aus:

Unser Erfolg: Auf Ihrem Gesicht zeichnet sich ein zufriedenes Lächeln ab.

Hier wird der Kunde garantiert aufhorchen, vielleicht sogar lächeln – und Sie haben ihn gewonnen! 

Praxis-Tipp: Ziehen Sie das Hauptwortstil-Monster aus dem Textverkehr! Suchen Sie gleich einmal nach allen „-heit“-, „-keit-“ und „-ung“-Endungen in Ihrem Text – sie zeigen Ihnen schnell, wo der Nominalstil-Teufel seine Klauen im Spiel hatte. Und dann verwandeln Sie durch Verben und Adjektive diese Türschließer-Formulierungen in geschmeidige Türöffner-Sätze. Wetten, dass Sie sich so selbst direkt eingeladen fühlen?

3. Zum Kundenerfolg: mit kurzen Hauptsätzen

Gerade bei branchen- und fachspezifischen Texten mit vielen, teils langen Fachbegriffen sollten die Sätze immer kurz und knackig sein. EINE Info bringen – und dann ist Schluss!!! Setzen Sie einen Puhunkt! Hängen Sie keinen Nebensatz mit einer weiteren Info an. Der nächste Gedanke gehört in einen neuen Satz.

Schauen wir uns noch ein Beispiel aus meiner Textcoaching-Praxis an:

Dazu gehört die moderne Netztopologie, welche die komplette Fernkonfiguration und Überwachung der einzelnen Alarmumsetzer über die Luftschnittstelle ermöglicht. Hinzu kommt eine höhere Systemsicherheit, die durch Alarmquittierung aller Sender, eine Vielzahl von Prüfroutinen und ein flexibles Alarmrouting gewährleistet wird.

Hier sind wichtige Infos verschämt in Nebensätze gepackt, „welche ...“, „die ...“. Viel leichter erfasst das Kundenauge die Infos in knackigen, kurzen Hauptsätzen: 

Dazu gehört die moderne Netztopologie. Sie ermöglicht die komplette Fernkonfiguration und Überwachung der einzelnen Alarmumsetzer über die Luftschnittstelle. Hinzu kommt eine höhere Systemsicherheit. Sie wird gewährleistet durch: Alarmquittierung aller Sender, eine Vielzahl von Prüfroutinen und ein flexibles Alarmrouting.

Im Originaltext ist die Aufzählung in den Nebensatz gequetscht. Wir haben sie durch einen Doppelpunkt optisch im Hauptsatz hervorgehoben. So ist sie für den Kunden leicht erfassbar. 

Fazit:

Denken Sie immer daran: Ihr Kunde will durch Ihren Marketing-Text eingeladen werden!
Wenn Sie diese drei Punkte beachten, fühlt er sich garantiert willkommen geheißen:

  • Nicht über den Kunden sprechen, sondern mit ihm: Verwenden Sie „Sie" oder „Du", abhängig von Ihrer Zielgruppe. 
  • Kein abschreckender Hauptwörterstil! Achten Sie vor allem auf Wörter mit den Endsilben  „-heit“-, „-keit-“ und „-ung“. Wandeln Sie sie mit Verben oder Adjektiven um, damit Ihr Text dynamischer wird.
  • Keine wichtigen Infos in Nebensätze packen! Sie gehören in kurze Hauptsätze, damit sie direkt ins Kundenauge springen.

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Über den Autor Dr. Gabriele Frings

Als Schreibcoach, Dozentin und Autorin helfe ich Ihnen, einen professionellen Schreibstil zu entwickeln und so in Beruf und Business voranzukommen.

  • Marion sagt:

    Klasse! So lange schon bekannt und immer wiederkehrende Phrasen und rumgestelze… 🙂

    • Dr. Gabriele Frings sagt:

      Hallo Marion,
      Danke! Ja, gerade der Kunde erkennt Phrasen beinahe schon, bevor er sie gelesen hat. Sie sind ein echter Rauswerfer. Dabei wollen wir ja das Gegenteil erreichen: den Kunden willkommen heißen. Und das geht nur über den richtigen Schreibstil und über die richtigen Wörter.
      Viele Grüße
      Gabriele

  • Nana sagt:

    Vielen Dank liebe Gabriele 😊, für mich sehr hilfreich Tipps 🙏 👍

  • Ihre Tipps für Blogbeiträge sind sehr hilfreich! Vielen herzlichen Dank!

  • Torsten Schmitt sagt:

    Einen ganz wichtigen Hinweis finde ich, dass man sich selber von seinem Text eingeladen fühlt. Und wie man das hinbekommt, zeigen Sie ja sehr anschaulich. Vielen Dank für die nützlichen Tipps!

    • Dr. Gabriele Frings sagt:

      Gern geschehen! 🙂 Ja, die Perspektive des Lesers einzunehmen, ist für jeden Text nützlich. Dabei ist es sehr hilfreich, den Text laut vorzulesen und dabei an ein konkretes Gegenüber zu denken, um holprige Formulierungen zu erkennen.
      Viele Grüße
      Dr. Gabriele Frings

  • Christina sagt:

    Tolle Tips gleich umsetzbar

    • Dr. Gabriele Frings sagt:

      Vielen Dank, das freut mich! Dann wünsche ich Ihnen viel Erfolg bei Ihrem nächsten Text, auch wenn es „nur“ eine E-Mail ist.
      Viele Grüße
      Dr. Gabriele Frings

  • Stephan sagt:

    Danke für Ihre immer wieder nützlichen Tipps im Blog und Newsletter! Es ist immer etwas dabei, das man fürs tägliche Schreiben mitnehmen kann. Toll!

  • Rebecca sagt:

    Vielen Dank für diesen Beitrag, der das Wort „Kundenorientierung“ endlich mit Inhalten füllt!

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